Es begann ganz harmlos: eine WhatsApp, ein Besuch, ein Gespräch, ein Kaffee – und plötzlich war ich mittendrin.
Die „KUSSler:innen“ in Bad Griesbach empfingen mich, als hätten sie auf einen Bildermacher gewartet. Obwohl ich mehr Bildschirm als Staffelei benutze, fühlte ich mich sofort willkommen. Es war, als hätte jemand „Strg + K“ gedrückt: K wie Kunst, K wie KUSS, K wie … Klick gemacht.
Die KUSSler – ein kreatives Kollektiv mit Charakter und Lebensfreude.
- Hans bewacht seine Holzkunst mit stoischer Sanftheit, als hätte jedes Stück ein stilles Geheimnis.
- Gerhard referiert über Steine und Fossilien, sodass kein Kieselstein zu widersprechen wagt.
- Susi lässt Karton zu wunderschönen Kästchen werden – fein gefaltet, zart geklebt.
- Petra lässt Farben tanzen, die sich am Ende zu abstrakten Gemälden entfalten.
- Ulrike verwandelt Natur in Collagen und malt zarte Aquarellträume.
- Katarina filzt Wolle zu einer Textilkunst, bei der selbst die Schafe applaudieren.
- Da ist Simon, der Holz in Form bringt und es mit großem Erfolg mit kleinen Metallfiguren schmückt.
- Und unten im KUSS: Pepe – Maler, Skulpteur, Initiator –, der nicht nur mit Pinsel und Ton fantastische Kunstwerke schafft, sondern auch dafür sorgt, dass man in Bad Griesbach immer wieder über Bildhauerei diskutiert.
Meine Ausstellung – Pixelwelten
Meine Bild-Composings und Collagen hingen zwischen Holz, Leinwand und Filz – ein digitaler Kontrapunkt im analogen Reigen. Ein Besucher fragte mich mit gerunzelter Stirn:
„Ist das jetzt Kunst – oder haben Sie da nur … auf den Knopf gedrückt?“
Ich nickte. Manchmal ist Schweigen die beste Antwort. Dann erklärte ich – von Ideen, die die Realität übersteigen. Von Bildwelten, die nicht mit Kamera oder Pinsel, sondern mit viel Vorstellungskraft und der passenden Software entstehen. Wir redeten lange. Er schien zu kämpfen, innerlich. Am Ende sagte er leise, fast schon resigniert: „Dann muss ich die Galerie in meinem Kopf wohl neu sortieren.“
Abschied – und doch keiner
Das letzte Bild abgehängt, das letzte Gespräch geführt.
Ich war traurig – ein bisschen wie nach einem guten Film, bei dem man hofft, dass die Fortsetzung schon gedreht wird.
Aber im KUSS gibt’s keine „letzte Szene“. Man kehrt zurück – als Freund, Gast, Mitkünstler – vielleicht sogar mal wieder als Aussteller.

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